Bienenwachs

In jeder Imkerei fällt auch Bienenwachs an.

Bienenwachs ist ein Naturprodukt, das von Honigbienen aus Wachsdrüsen abgesondert wird. Es besteht überwiegend aus Estern, Fettsäuren und langkettigen Alkoholen und wird von den Bienen zum Bau der Waben (Zellen) verwendet. Es ist bei Raumtemperatur fest bis zäh, schmilzt grob im Bereich um 60–65 °C und variiert je nach Herkunft und Alter in der Farbe von hellgelb bis dunkelbraun.

Ich trenne meine Wachssorten, um für den jeweiligen Zweck die geeignete und kostengünstigste Variante nutzen und anbieten zu können.

Foto mit verschiedenen Blöcken aus gelbem Bienenwach

Zwei Sorten von Wachs

Wachs aus dem Honigraum (Verdeckelungswachs)

Foto von Klumpen aus VerdeckelungsWachs

Hygiene/Qualität
In der Regel ist dies die sauberste und „lebensmittel-/hautnächste“ Wachssorte aus dem Imker-Betrieb. Es gibt kaum Kontakt mit Brut, Larvenhäutchen, Kot, Medikamentenrückständen aus Brutbehandlungen oder alten Wabenbestandteilen. Meist heller, angenehmer Geruch.

Am besten geeignet für

  • Kosmetik (Salben, Lippenpflege, Cremes, Deos, Bartwachs): bevorzugt, da es zu geringeren Geruchs- und Rückstandsproblemen kommt.
  • Wachstücher (Bienenwachstücher): bevorzugt, da Geruch und Optik besser sind und das Risiko von „muffig/rauchig“ geringer ist.
  • Hochwertige Kerzen (hell, fein riechend): sehr gut.
  • Seife: möglich, aber in Seife ist Wachs eher ein Additiv (für Härte und Glanz) und kein Hauptbestandteil

Kosten
Es handelt sich um die „wertvollere“ Sorte, da sie nicht in großer Menge anfällt, „reiner“ ist und daher für Premiumprodukte geeignet ist.

Wachs aus dem Brutraum

Foto von Klumpen BrutraumWachs

Hygiene/Qualität
Deutlich stärker belastet: mehr Eiweiß-/Kokonteile, Propolis, Schwebstoffe, oft ein dunklerer, intensiverer Geruch. Das Risiko für Rückstände ist höher (vor allem, wenn jemals lipophile Varroazide oder andere Stoffe im Wachskreislauf waren). Für „hautnah” ist das die schlechtere Wahl.

Am besten geeignet für

  • Kerzen (Gebrauchskerzen, dunkler, kräftiger Geruch): geeignet, wenn sauber aufgearbeitet.
  • Seife: eher geeignet als Kosmetik/Wachstücher, weil Seife sowieso ein „Abwaschprodukt“ ist und Wachs nur in kleiner Menge eingesetzt wird.
  • Nicht(!) empfohlen für: Kosmetik und Wachstücher, außer du hast sehr strenge Kontrolle über deinen Wachskreislauf (junger Wabenbau, keine problematischen Rückstände) und bekommst es sensorisch/technisch wirklich sauber. Praktisch: meist lohnt es nicht.

Kosten
Brutraumwachs ist nicht so wertig wie Vedeckelungswachs und fällt meist in größerer Menge an. Es ist günstiger und im Vergleich oft nicht so „rein“. Daher sollte es in Kerzen oder Seife verwendet werden, und explizit nicht in Premium-Hautkontaktprodukten.

Ernte und Aufbereitung des Wachses

Sammeln
Ich trenne beim Sammeln die beiden Wachs-Arten in unterschiedlichen Behältern.

Einschmelzen
Ich schmelze die jeweilige Wachssorte in einem Dampfentsafter-Kessel über Wasserdampf ein.
Durch die Hitze beim Schmelzen werden eventuelle Keime abgetötet.

Filtern
Da beide Wachssorten Fremdstoffe wie Propolis und Pollen enthalten können, wird das Wachs beim Auslaufen aus dem Dampfkessel fein gefiltert.

Wiederholung
Je nach erzielter Reinheit wird das gefilterte Wachs von mir erneut eingeschmolzen und gefiltert, bis die gewünschte Reinheit erreicht ist.

Bienen-Wachs läuft aus Dampfkessel gefiltert in Gefäß

Wachsangebot

Foto von Wachsblock und Waage

Ich biete die von mir nicht selbst benötigte Menge an Wachs zum Verkauf an.

Da die Menge jährlich varriiert und reines Wachs sehr nachgefragt ist, meldet Euch bitte vorab bei mir, wenn Ihr Wachs benötigt.