Hier findet Ihr Antworten auf Fragen, die ich im Gespräch mit Interessierten oder von Kunden gestellt bekomme.
Es geht um Honig im allgemeinen oder meinen Honig im speziellen.
Honig & Arten von Honig
Honig ist ein naturbelassenes(!) Lebensmittel, das Honigbienen aus Pflanzennektar oder Honigtau herstellen. Dabei wird der eingetragene Saft im Stock enzymatisch umgebaut, eingedickt und in Waben gelagert, bis er als „reifer“ Honig gilt. Er darf keinen zugesetzten Zucker oder Sirup enthalten. weiter lesen
Bienen sammeln Nektar oder Honigtau, reichern ihn mit eigenen Enzymen an und geben ihn im Stock weiter. Durch Umlagern und Ventilieren sinkt der Wassergehalt, Zucker werden umgebaut und der Honig reift in den Waben. weiter lesen
Blütenhonig entsteht aus Blütennektar und ist oft heller und milder. Honigtauhonig stammt aus Honigtau und ist häufig dunkler, würziger und enthält mehr höhermolekulare Zucker. Es ist eine zuckerhaltige, klebrige Flüssigkeit, die von saugenden Insekten wie Blattläusen, Zikaden oder Schildläusen produziert und auf Pflanzen ausgeschieden wird, wenn diese den nährstoffreichen Pflanzensaft trinken. weiter lesen
Frühtracht ist die erste Honig-Ernte im Jahr (im Mai oder Juni). Das in der Sammelzeit (von März bis Mai/Juni) vorhandene Blütenangebot und deren Nektar führen zu den typischen Eigenschaften des Frühtracht-Honigs: Er hat oft ein mildes Aroma, ist meist hell bis weißlich, enthält sehr viel Traubenzucker. Dadurch bilden sich im zunächst flüssigen Honig sehr schnell nach der Ernte feste Zuckerkristalle.
Sommertracht ist die zweite, oft umfangreichere Ernte (Juli/August). In der Sammelzeit sind naturgemäß andere Blüten verfügbar als zur Frühtracht. Daher ist dieser Honig lieblich bis kräftig im Geschmack, kann dunkler und würziger sein. Durch die andere Zuckerzusammensetzung als im Frühjahr bleibt dieser Honig länger flüssig.
Eigenschaften von Honig
Kristallisation ist normal. Jeder Honig kristalliert irgendwann: Aus dem natürlichen Zucker-Gemisch im Honig bilden sich mit der Zeit Glukose-Kristalle. Honige mit weniger Fruktose kristallisieren meist schneller. Das ist kein Verderb, sondern ein natürlicher Prozess. weiter lesen
Nein. Fast jeder naturbelassene Honig kristallisiert früher oder später. Das sagt nichts Negatives über Qualität oder Reinheit aus – eher im Gegenteil: Stark wärmebehandelter Honig bleibt oft länger flüssig, verliert dabei aber hitzeempfindliche natürliche Bestandteile. weiter lesen
Stelle das geschlossene Glas an ein sonniges Fenster oder in ein warmes Wasserbad und erwärme langsam – bei maximal 35°C. Zu hohe Temperaturen schaden Aroma und Enzymen – lieber geduldig und moderat erwärmen, zwischendurch rühren und das Wasserbad auf keinen Fall kochen lassen. weiter lesen
Cremiger Honig entsteht durch kontrollierte Kristallbildung: Der Honig wird beim Abkühlen regelmäßig gerührt, sodass viele sehr feine Kristalle entstehen. Ergebnis: streichzarte Konsistenz statt grober Kristalle. weiter lesen
Herstellung und Haltbarkeit von Honig
Reifer Honig wird aus brutfreien Waben geerntet: Waben entdeckeln, schleudern, sieben/klären, bei Bedarf cremig rühren und anschließend abfüllen. Saubere Geräte und zügiges Arbeiten helfen, Qualität und Aroma zu erhalten. Der Honig wird von mir dabei nicht erwärmt. weiter lesen
Honig ist bei richtiger Lagerung sehr lange haltbar. Er trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum, bleibt aber oft deutlich länger genießbar. Entscheidend sind: trocken lagern, gut verschließen, keine Feuchtigkeit eintragen. Kristallisation – also, dass ein flüssiger Honig fest wird – ist normal. weiter lesen
Honig dunkel, trocken und luftdicht lagern. Er nimmt Gerüche leicht an, daher nicht offen neben Gewürzen lagern. Kühle, gleichmäßige Temperaturen sind hilfreich; am wichtigsten ist, Feuchtigkeitseintrag zu vermeiden. weiter lesen
Ja, wenn der Wassergehalt zu hoch ist oder Feuchtigkeit hineinkommt. Dann können Hefen den Honig vergären (schäumig, säuerlich/alkoholisch). Deshalb nur reifen Honig ernten und Gläser immer gut verschließen. Gemäß Deutscher Honigverordnung darf nur Honig mit maximal 20% Wasser-Gehalt als Honig verkauft werden. weiter lesen
Nein, er ist meist nicht gesundheitsschädlich. Er schmeckt aber nicht mehr besonders gut. Gegorener Honig wird daher in der Regel nur noch zum Backen (zum Beispiel Lebkuchen) und zur Met-Herstellung verwendet. weiter lesen
Meist ist das nicht nötig: Kälte fördert bei vielen Honigen die Kristallisation. Wichtiger ist: dunkel, trocken und gut verschlossen lagern. Für lange Lagerung ist eine kühle, gleichmäßige Temperatur sinnvoller als häufiges Warm–Kalt. weiter lesen
Honig und Gesundheit
Honig besteht vor allem aus Zucker – überwiegend Fructose und Glukose – und Wasser. Auch Vitamine, Mineralstoffe und antioxidative Stoffe sind enthalten. Aber in den meisten Honigen und Portionen so gering, dass sie ernährungsphysiologisch kaum etwas ändern. Honig ist ein Süßungsmittel – sollte aber sparsam verwendet werden, wie Haushaltszucker. weiter lesen
Honig lässt den Blutzucker ansteigen – praktisch wie Haushaltszucker. Er ist keine „gesunde“ Alternative. Wenn du Diabetes hast: Honig nur in kleinen Mengen nutzen, als Kohlenhydrate einrechnen und bei Insulin/Medikation die Planung mit dem Behandlungsteam abstimmen. Bei Unterzuckerung kann Honig als schnell wirksame Kohlenhydratquelle dienen – aber dosiert. weiter lesen
Das ist richtig: Babys unter einem Jahr dürfen auf keinen Fall Honig essen! Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Bei Säuglingen ist die Darmflora noch nicht stabil genug; die Sporen können auskeimen und Säuglingsbotulismus auslösen. Für Kinder ab 1 Jahr und Erwachsene ist Honig in der Regel unproblematisch. Schwangere dürfen Honig essen, müssen aber beachten, dass Honiog sehr viel Zucker enthält. weiter lesen
Honig besteht überwiegend aus Zucker (vor allem Fructose und Glucose) und liefert ähnlich schnelle Energie. Begleitstoffe sind zwar enthalten, aber meist in kleinen Mengen. Praktisch gilt: Honig sparsam verwenden – wie Zucker. weiter lesen
Honig liefert grob rund 300 Kilokalorien pro 100 g. Ein Teelöffel (ca. 10 g) liegt damit ungefähr bei 30 kcal. Der genaue Wert kann je nach Honig und Wassergehalt leicht variieren. weiter lesen
Honig enthält neben Zucker geringe Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. In üblichen Verzehrmengen sind die Mengen aber meist zu klein, um die Nährstoffversorgung spürbar zu verbessern. weiter lesen
Ja, aber nicht kochend heiß: Hohe Temperaturen schwächen Aroma und hitzeempfindliche Bestandteile. Besser: Tee kurz abkühlen lassen und Honig erst dann einrühren. weiter lesen
Beim starken Erhitzen gehen Aroma und hitzeempfindliche Inhaltsstoffe verloren. Zudem kann bei starker Wärmebelastung der HMF-Wert steigen – ein Messkriterium für Wärme/Alterung. Honig eignet sich zum Backen, ist dabei aber vor allem Süße. weiter lesen
Sonstiges rund um Honig
Für Honig gelten Qualitäts- und Bezeichnungsvorschriften sowie allgemeine Kennzeichnungspflichten. Dazu zählen u. a. um was für einen Honig es sich handelt, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum und Herkunftsangaben. weiter lesen
Am Glas ist das oft schwer erkennbar, weil verfälschter Honig optisch „normal“ wirken kann. Deshalb sind Laboranalysen und Kontrollen entscheidend. Für Verbraucher sind transparente Herkunft, seriöse Anbieter und nachvollziehbare Qualitätssicherung gute Anhaltspunkte. weiter lesen
Der Preis des Honigs
Es ist mir wichtig, klarzustellen: Bei diesem tollen Hobby habe ich persönlich den Luxus, dass ich keinen Gewinn erwirtschaften muss, wie ein Berufsimker. Ich muss nicht einmal kostendeckend arbeiten. Es geht mir also nicht um Ergebnisorientierung und Ertrag, sondern um den Prozess entlang des Bienenjahres und das stetige Lernen. Mit den paar Gläsern Honig, die ich an der Haustür in Münster-Gievenbeck verkaufe, lassen sich die Kosten eines Klein-Imkers nicht vollständig decken. Dennoch ist der von mir in meiner lokalen Manufaktur sachgerecht und manuell produzierte Honig entsprechend wertvoll.
Die Beschäftigung mit immer wieder neuen Herausforderungen – abhängig vom Wetter, dem Trachtangebot und sogar vom Charakter des jeweiligen Bienenvolks – sind einfach fordernd und erfüllend. Auch in meinem Honig spiegelt sich das regionale Wetter sowie das lokale Angebot an Blüten und Pflanzen wieder. Er enthält Nektar und Pollen aus der Region. Er wird vor Ort von mir geschleudert und direkt abgefüllt. Die Arbeitsbedingungen unter denen ich meinen Honig produziere und wie gut ich meine Bienen pflege kann ich selbst bestimmen.
➥ Für mich ist das Imkern ein Hobby, aber als Lebensmittelerzeuger habe ich auch eine Verantwortung den Imkern gegenüber, die von ihrem Beruf leben müssen!
➥ Mein Honig kostet daher 7,50 Euro pro 500g-Glas.
Mein Honig-Preis ergibt sich wie folgt
1. Materialkosten für Imkerei anteilig eingerechnet
Diese werden einmalig angeschafft und müssen immer mal erneuert oder gewartet werden. Diese Kosten werden über die gesamte Nutzungsdauer anteilig mit einkalkuliert.
- Bienen-Beuten (je 1 Brutraum mit bis zu 3 Honigräumen, Boden, Deckel, …)
- Holzrähmchen für Bruträume und für Honigräume (müssen von Zeit zu Zeit ersetzt werden)
- Werkzeuge wie Smoker, Stockmeißel, Bienenbesen, …
- Honig-Schleuder (mindestens hunderte Euro)
- Material zur Honigverarbeitung
- Entdeckelungsgeschirr
- lebensmittelechte Gefäße zur Aufbewahrung/Lagerung von Honig
- Honigrührer für cremigen Honig
- …
- Geeichte Waage
- …
2. Laufende Kosten in jedem Jahr summieren sich
- Bienenfutter für den Winter (schließlich nehmen wir Ihnen den Honig weg)
- Neue Wachsplatten für Brutraum und Honigraum
- Kosten für die Behandlung der Varroa-Milbe mit organischen Säuren (zum Beispiel Ameisensäure und/oder Oxalsäure)
- Jährliche Eichung der Waage beim Eichamt (vorgeschrieben, zuletzt 51,80 Euro)
3. Kosten Glas und Etikett = rund 1 Euro
- Glas
- Deckel für Glas
- Etikett-Gestaltung
- Etikett-Druck
- Reinigung (Wasser, Energie, Spülmaschinen-Tab)
4. Arbeitsaufwand
Da es für mich ein Hobby ist, kalkuliere ich folgenden Aufwand nicht in dem Maße wie ein Berufsimker mit ein. Der Arbeitsaufwand ist für einen Berufsimker ein sehr großer Teil seines Aufwands, den dieser durch den Verkaufspreis decken muss:
- Pflege der Bienen (i. d. R. einmal pro Woche)
- die Honiggewinnung (schleudern, abfüllen, etikettieren)
- Materialpflege
- Fortbildung
- …