Honig-FAQ

Hier findet Ihr Antworten auf Fragen, die ich im Gespräch mit Interessierten oder von Kunden gestellt bekomme.
Es geht um Honig im allgemeinen oder meinen Honig im speziellen.

Honig & Arten von Honig

Was ist Honig?

Honig ist ein naturbelassenes(!) Lebensmittel, das Honigbienen aus Pflanzennektar oder Honigtau herstellen. Dabei wird der eingetragene Saft im Stock enzymatisch umgebaut, eingedickt und in Waben gelagert, bis er als „reifer“ Honig gilt. Er darf keinen zugesetzten Zucker oder Sirup enthalten. weiter lesen

Wie machen Bienen aus Nektar Honig?

Bienen sammeln Nektar oder Honigtau, reichern ihn mit eigenen Enzymen an und geben ihn im Stock weiter. Durch Umlagern und Ventilieren sinkt der Wassergehalt, Zucker werden umgebaut und der Honig reift in den Waben. weiter lesen

Was ist der Unterschied zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig?

Blütenhonig entsteht aus Blütennektar und ist oft heller und milder. Honigtauhonig stammt aus Honigtau und ist häufig dunkler, würziger und enthält mehr höhermolekulare Zucker. Es ist eine zuckerhaltige, klebrige Flüssigkeit, die von saugenden Insekten wie Blattläusen, Zikaden oder Schildläusen produziert und auf Pflanzen ausgeschieden wird, wenn diese den nährstoffreichen Pflanzensaft trinken. weiter lesen

Was bedeutet „Frühtracht“?

Frühtracht ist die erste Honig-Ernte im Jahr (im Mai oder Juni). Das in der Sammelzeit (von März bis Mai/Juni) vorhandene Blütenangebot und deren Nektar führen zu den typischen Eigenschaften des Frühtracht-Honigs: Er hat oft ein mildes Aroma, ist meist hell bis weißlich, enthält sehr viel Traubenzucker. Dadurch bilden sich im zunächst flüssigen Honig sehr schnell nach der Ernte feste Zuckerkristalle.

Was bedeutet „Sommertracht“?

Sommertracht ist die zweite, oft umfangreichere Ernte (Juli/August). In der Sammelzeit sind naturgemäß andere Blüten verfügbar als zur Frühtracht. Daher ist dieser Honig lieblich bis kräftig im Geschmack, kann dunkler und würziger sein. Durch die andere Zuckerzusammensetzung als im Frühjahr bleibt dieser Honig länger flüssig.

Eigenschaften von Honig

Warum kristallisiert Honig?

Kristallisation ist normal. Jeder Honig kristalliert irgendwann: Aus dem natürlichen Zucker-Gemisch im Honig bilden sich mit der Zeit Glukose-Kristalle. Honige mit weniger Fruktose kristallisieren meist schneller. Das ist kein Verderb, sondern ein natürlicher Prozess. weiter lesen

Ist kristallisierter Honig minderwertig?

Nein. Fast jeder naturbelassene Honig kristallisiert früher oder später. Das sagt nichts Negatives über Qualität oder Reinheit aus – eher im Gegenteil: Stark wärmebehandelter Honig bleibt oft länger flüssig, verliert dabei aber hitzeempfindliche natürliche Bestandteile. weiter lesen

Wie verflüssige ich kristallisierten Honig schonend?

Stelle das geschlossene Glas an ein sonniges Fenster oder in ein warmes Wasserbad und erwärme langsam – bei maximal 35°C. Zu hohe Temperaturen schaden Aroma und Enzymen – lieber geduldig und moderat erwärmen, zwischendurch rühren und das Wasserbad auf keinen Fall kochen lassen. weiter lesen

Warum ist mancher Honig cremig-streichzart?

Cremiger Honig entsteht durch kontrollierte Kristallbildung: Der Honig wird beim Abkühlen regelmäßig gerührt, sodass viele sehr feine Kristalle entstehen. Ergebnis: streichzarte Konsistenz statt grober Kristalle. weiter lesen

Herstellung und Haltbarkeit von Honig

Wie wird Honig geerntet und verarbeitet?

Reifer Honig wird aus brutfreien Waben geerntet: Waben entdeckeln, schleudern, sieben/klären, bei Bedarf cremig rühren und anschließend abfüllen. Saubere Geräte und zügiges Arbeiten helfen, Qualität und Aroma zu erhalten. Der Honig wird von mir dabei nicht erwärmt. weiter lesen

Wie lange ist Honig haltbar?

Honig ist bei richtiger Lagerung sehr lange haltbar. Er trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum, bleibt aber oft deutlich länger genießbar. Entscheidend sind: trocken lagern, gut verschließen, keine Feuchtigkeit eintragen. Kristallisation – also, dass ein flüssiger Honig fest wird – ist normal. weiter lesen

Wie lagere ich Honig richtig?

Honig dunkel, trocken und luftdicht lagern. Er nimmt Gerüche leicht an, daher nicht offen neben Gewürzen lagern. Kühle, gleichmäßige Temperaturen sind hilfreich; am wichtigsten ist, Feuchtigkeitseintrag zu vermeiden. weiter lesen

Kann Honig gären oder schlecht werden?

Ja, wenn der Wassergehalt zu hoch ist oder Feuchtigkeit hineinkommt. Dann können Hefen den Honig vergären (schäumig, säuerlich/alkoholisch). Deshalb nur reifen Honig ernten und Gläser immer gut verschließen. Gemäß Deutscher Honigverordnung darf nur Honig mit maximal 20% Wasser-Gehalt als Honig verkauft werden. weiter lesen

Ist gegorener Honig schädlich?

Nein, er ist meist nicht gesundheitsschädlich. Er schmeckt aber nicht mehr besonders gut. Gegorener Honig wird daher in der Regel nur noch zum Backen (zum Beispiel Lebkuchen) und zur Met-Herstellung verwendet. weiter lesen

Sollte Honig in den Kühlschrank?

Meist ist das nicht nötig: Kälte fördert bei vielen Honigen die Kristallisation. Wichtiger ist: dunkel, trocken und gut verschlossen lagern. Für lange Lagerung ist eine kühle, gleichmäßige Temperatur sinnvoller als häufiges Warm–Kalt. weiter lesen

Honig und Gesundheit

Ist Honig gesund?

Honig besteht vor allem aus Zucker – überwiegend Fructose und Glukose – und Wasser. Auch Vitamine, Mineralstoffe und antioxidative Stoffe sind enthalten. Aber in den meisten Honigen und Portionen so gering, dass sie ernährungsphysiologisch kaum etwas ändern. Honig ist ein Süßungsmittel – sollte aber sparsam verwendet werden, wie Haushaltszucker. weiter lesen

Honig und Diabetes

Honig lässt den Blutzucker ansteigen – praktisch wie Haushaltszucker. Er ist keine „gesunde“ Alternative. Wenn du Diabetes hast: Honig nur in kleinen Mengen nutzen, als Kohlenhydrate einrechnen und bei Insulin/Medikation die Planung mit dem Behandlungsteam abstimmen. Bei Unterzuckerung kann Honig als schnell wirksame Kohlenhydratquelle dienen – aber dosiert. weiter lesen

Babys unter 12 Monaten dürfen keinen Honig essen?

Das ist richtig: Babys unter einem Jahr dürfen auf keinen Fall Honig essen! Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Bei Säuglingen ist die Darmflora noch nicht stabil genug; die Sporen können auskeimen und Säuglingsbotulismus auslösen. Für Kinder ab 1 Jahr und Erwachsene ist Honig in der Regel unproblematisch. Schwangere dürfen Honig essen, müssen aber beachten, dass Honiog sehr viel Zucker enthält. weiter lesen

Ist Honig gesünder als Haushaltszucker?

Honig besteht überwiegend aus Zucker (vor allem Fructose und Glucose) und liefert ähnlich schnelle Energie. Begleitstoffe sind zwar enthalten, aber meist in kleinen Mengen. Praktisch gilt: Honig sparsam verwenden – wie Zucker. weiter lesen

Wie viele Kalorien hat Honig?

Honig liefert grob rund 300 Kilokalorien pro 100 g. Ein Teelöffel (ca. 10 g) liegt damit ungefähr bei 30 kcal. Der genaue Wert kann je nach Honig und Wassergehalt leicht variieren. weiter lesen

Enthält Honig viele Vitamine und Mineralstoffe?

Honig enthält neben Zucker geringe Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. In üblichen Verzehrmengen sind die Mengen aber meist zu klein, um die Nährstoffversorgung spürbar zu verbessern. weiter lesen

Darf ich Honig in heißen Tee geben?

Ja, aber nicht kochend heiß: Hohe Temperaturen schwächen Aroma und hitzeempfindliche Bestandteile. Besser: Tee kurz abkühlen lassen und Honig erst dann einrühren. weiter lesen

Darf man Honig stark erhitzen oder damit backen?

Beim starken Erhitzen gehen Aroma und hitzeempfindliche Inhaltsstoffe verloren. Zudem kann bei starker Wärmebelastung der HMF-Wert steigen – ein Messkriterium für Wärme/Alterung. Honig eignet sich zum Backen, ist dabei aber vor allem Süße. weiter lesen

Sonstiges rund um Honig

Welche Angaben müssen auf dem Honigglas stehen?

Für Honig gelten Qualitäts- und Bezeichnungsvorschriften sowie allgemeine Kennzeichnungspflichten. Dazu zählen u. a. um was für einen Honig es sich handelt, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum und Herkunftsangaben. weiter lesen

Woran erkenne ich möglichen Honigbetrug?

Am Glas ist das oft schwer erkennbar, weil verfälschter Honig optisch „normal“ wirken kann. Deshalb sind Laboranalysen und Kontrollen entscheidend. Für Verbraucher sind transparente Herkunft, seriöse Anbieter und nachvollziehbare Qualitätssicherung gute Anhaltspunkte. weiter lesen

Der Preis des Honigs

Es ist mir wichtig, klarzustellen: Bei diesem tollen Hobby habe ich persönlich den Luxus, dass ich keinen Gewinn erwirtschaften muss, wie ein Berufsimker. Ich muss nicht einmal kostendeckend arbeiten. Es geht mir also nicht um Ergebnisorientierung und Ertrag, sondern um den Prozess entlang des Bienenjahres und das stetige Lernen. Mit den paar Gläsern Honig, die ich an der Haustür in Münster-Gievenbeck verkaufe, lassen sich die Kosten eines Klein-Imkers nicht vollständig decken. Dennoch ist der von mir in meiner lokalen Manufaktur sachgerecht und manuell produzierte Honig entsprechend wertvoll.

Die Beschäftigung mit immer wieder neuen Herausforderungen – abhängig vom Wetter, dem Trachtangebot und sogar vom Charakter des jeweiligen Bienenvolks – sind einfach fordernd und erfüllend. Auch in meinem Honig spiegelt sich das regionale Wetter sowie das lokale Angebot an Blüten und Pflanzen wieder. Er enthält Nektar und Pollen aus der Region. Er wird vor Ort von mir geschleudert und direkt abgefüllt. Die Arbeitsbedingungen unter denen ich meinen Honig produziere und wie gut ich meine Bienen pflege kann ich selbst bestimmen.

 Für mich ist das Imkern ein Hobby, aber als Lebensmittelerzeuger habe ich auch eine Verantwortung den Imkern gegenüber, die von ihrem Beruf leben müssen!
➥ Mein Honig kostet daher 7,50 Euro pro 500g-Glas.

Mein Honig-Preis ergibt sich wie folgt

1. Materialkosten für Imkerei anteilig eingerechnet

Diese werden einmalig angeschafft und müssen immer mal erneuert oder gewartet werden. Diese Kosten werden über die gesamte Nutzungsdauer anteilig mit einkalkuliert.

  • Bienen-Beuten (je 1 Brutraum mit bis zu 3 Honigräumen, Boden, Deckel, …)
  • Holzrähmchen für Bruträume und für Honigräume (müssen von Zeit zu Zeit ersetzt werden)
  • Werkzeuge wie Smoker, Stockmeißel, Bienenbesen, …
  • Honig-Schleuder (mindestens hunderte Euro)
  • Material zur Honigverarbeitung
    • Entdeckelungsgeschirr
    • lebensmittelechte Gefäße zur Aufbewahrung/Lagerung von Honig
    • Honigrührer für cremigen Honig
  • Geeichte Waage

2. Laufende Kosten in jedem Jahr summieren sich

  • Bienenfutter für den Winter (schließlich nehmen wir Ihnen den Honig weg)
  • Neue Wachsplatten für Brutraum und Honigraum
  • Kosten für die Behandlung der Varroa-Milbe mit organischen Säuren (zum Beispiel Ameisensäure und/oder Oxalsäure)
  • Jährliche Eichung der Waage beim Eichamt (vorgeschrieben, zuletzt 51,80 Euro)

3. Kosten Glas und Etikett = rund 1 Euro

  • Glas
  • Deckel für Glas
  • Etikett-Gestaltung
  • Etikett-Druck
  • Reinigung (Wasser, Energie, Spülmaschinen-Tab)

4. Arbeitsaufwand

Da es für mich ein Hobby ist, kalkuliere ich folgenden Aufwand nicht in dem Maße wie ein Berufsimker mit ein. Der Arbeitsaufwand ist für einen Berufsimker ein sehr großer Teil seines Aufwands, den dieser durch den Verkaufspreis decken muss:

  • Pflege der Bienen (i. d. R. einmal pro Woche)
  • die Honiggewinnung (schleudern, abfüllen, etikettieren)
  • Materialpflege
  • Fortbildung